Am Gymnasium Brake gibt es seit den letzten Tagen ein Hin und Her. Das niedersächsische Gymnasium rückte mit seiner Aktion und dem „Streit“ mit dem Niedersächsischen Kultusministerium ins Rampenlicht der Medien und schaffte es damit sogar auf die Titelseite einiger Tageszeitungen.

Schulstreit am Gymnasium Brake

Aber was genau war eigentlich passiert? In der vergangenen Woche besuchte die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die IGS Brake, um sich im Rahmen des aktuellen Schulstreits einen Überblick über die Ganztagesprogramme zu verschaffen. Doch ein freundlicher Empfang sah scheinbar anders aus: Die Schülerinnen und Schüler des Braker Gymnasiums haben die Kultusministerin mit Rufen wie „Heiligenstadt, wir haben’s satt“ empfangen und sich demonstrativ mit Schildern vor der Schule platziert. Die Schüler seien empört darüber, dass keine Klassenfahrten mehr stattfinden; außerdem gebe es einen massiven Mangel an Lehrkräften. Die große Unzufriedenheit der Schüler war nicht zu übersehen. Doch als am nächsten Tag von dieser Aktion in der Zeitung sowie auf der Homepage der Schule berichtet wurde und Frau Heiligenstadt in die Kritik gerät, verhängte die Landesschulbehörde, scheinbar angewiesen von Frau Heiligenstadt, promt einen „Maulkorb“ und forderte dazu auf, den Artikel mit sofortiger Wirkung von der Homepage zu entfernen. Dies war der Auslöser für landesweite Diskussionen. „Den Schülern dürfe man die Meinungsfreiheit nicht nehmen“, so viele Kritiker. Die große Empörung über das angeblich von Frau Heiligenstadt selbst verhängte Verbot führte dazu, dass sich die Kultusministerin am Montag dazu äußerte. Sie gestattete die Veröffentlichung des Artikels nun doch. Dieser ist seit gestern wieder online und auf der Seite des Braker Gymnasiums sowie auf der Seite der Nord-West-Zeitung (NWZ) nachzulesen.

Wir, der Verband der Niedersächsischen Jugendredakteure e.V. möchten in diesem Sinne noch einmal darauf aufmerksam machen, welche enorm wichtige Rolle die Pressefreiheit spielt. Seit vielen Jahren kooperieren wir mit dem Niedersächsischen Kultusministerium und entwickeln gemeinsam Konzepte, die zur Unterstützung der Schülerzeitungen beitragen. „Wir fördern die Meinungsfreiheit an Schulen“, so unser Landesvorsitzender. „Für uns ist es von großer Bedeutung, dass die Schüler unzensiert ihre Meinung sagen können, denn das ist ihr gutes Recht.“

Abschließend lässt sich sagen, dass wir auf eine schnelle Lösung des Schulstreits hoffen, die für alle Seiten, sowohl für die Schulen, Schüler und Lehrer, als auch für das Kultusministerium zufriedenstellend ist.